Nicolas Lindt

Schriftsteller & Ritualgestalter

«Ich schreibe Bücher, erzähle Geschichten und gestalte Rituale im Namen der Liebe.»

Wald, 28. Januar 2023   |   Die Luftpost Gedankengänge
Wald, 28.01.2023   |   Die Luftpost Gedankengänge

Gedankengänge

Eine unerwartete frohe Botschaft

TTV-Gastkommentar 5.12.2022 - Textfassung

Wir müssen das Klima retten, sagt uns die Klimalobby, und ohne Zwang geht es nicht. Jeder Mensch ein Klimasoldat! Dem widerspricht das Massachusetts Institute of Technology. Mit einer revolutionären These.

Die Meldung tauchte in den Mainstreammedien nur kurz auf, aber sie tauchte auf, mindestens auf der Seite Spektrum der Wissenschaft, und von der Weltwoche wurde sie kommentiert. Sonst hat niemand darüber berichtet, und das ist auch verständlich, denn die Nachricht enthält zuviel Sprengstoff, um sie den Medienkonsumenten zuzumuten. Man muss die unwissenden Menschen schützen vor solchen Erkenntnissen, nur Experten können das richtig einordnen - dies um so mehr, als die Nachricht von einer – aus Mainstreamsicht – absolut unverdächtigen Quelle stammt, nämlich vom Massachusetts Institute of Technology, einer Art amerikanischer ETH. Was haben Constantin Arnscheidt und Daniel Rothmann vom MIT herausgefunden?

Sie haben das Erdklima statistisch analysiert und sich die Frage gestellt, warum die Temperaturschwankungen auf der Erde seit Millionen von Jahren und im Unterschied zu Planeten wie Mars oder Venus nie dazu führten, dass das Leben auf der Erde ausgelöscht wurde. Und sie haben als möglicherweise entscheidenden Faktor die Silikatverwitterung ausgemacht. Das Mineral Silikat, das in nahezu allen Gesteinen enthalten ist, löst sich auf unter dem Einfluss von Kohlensäure. Dadurch entzieht es der Atmosphäre das Kohlendioxid. Dieser Prozess läuft umso schneller ab, je wärmer es ist und je mehr Kohlendioxid in der Luft ist.

Starke Klimaschwankungen werden dadurch sozusagen automatisch gedämpft. Es wurde noch nie zu heiss und noch nie zu kalt. Mit anderen Worten: Wenn sich die Erde zu sehr erwärmt, reguliert sie sich selbst.

Diese Erkenntnis muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Denn sie bedeutet, dass der ganze politische und moralische Druck, der auf uns ausgeübt wird, einer wissenschaftlichen Sicht im Grunde nicht standhält. Wir können das Klima nicht retten, und wir müssen es auch nicht retten, denn das Klima rettet sich selbst.

Populärwissenschaftlich hätten die beiden Wissenschafter hinzufügen können, dass dieser sich selbst reinigende Mechanismus der Erde ganz im Sinne des lieben Gottes ist. Der liebe Gott - oder wie man ihn nennen möchte: die geistige Welt, die Kraft der Liebe, die Schöpferkraft –, der liebe Gott also hat die Menschheit nicht geschaffen, damit sie sich selber auslöscht. Er hat uns geschaffen, damit wir lernen, damit wir uns läutern, damit es uns letztendlich gelingt, die Spaltung in Gut und Böse zu überwinden. Dafür hat er uns auf die Erde gestellt. Er bewahrt uns nicht vor Hitze und Kälte. Doch verbrennen werden wir nicht, und ebensowenig erfrieren.

Dass die Schöpfung es gut mit uns meint, ist für mich eine tiefe Gewissheit. Ich sehe deshalb nicht schwarz für die Welt. Und auch der ganze Klimahysterie gelingt es nicht, mich zu verunsichern, denn die Absicht dahinter ist offensichtlich. Man will uns Angst machen, damit wir gehorchen. Ich habe keine Angst. Und ich werde mir nicht diktieren lassen, wie ich zu leben habe. Wenn ich trotzdem versuche, mein Dasein hier auf der Erde umweltbewusst zu gestalten, dann tue ich es, weil ich will, weil es mir ein Anliegen ist, weil ich der Mutter Erde, die mich in ihrem Schoss wiegt, die mich ernährt, mit Dankbarkeit und mit Liebe begegnen möchte.

Ich glaube nicht daran, dass der Mensch durch Zwang und Disziplinierung zu einem besseren Erdenbürger geklont werden kann. Aber ich glaube daran, dass die Menschen lernfähig sind. Denn im Innersten wissen wir, wozu wir auf dieser Welt sind. Und deshalb wird es immer mehr Menschen geben, die nicht nur ihrem Kopf, ihrem Verstand vertrauen, sondern auch ihrem Herzen.

Wir haben Zeit. Viele Leben lang haben wir Zeit. Es ist nicht fünf vor zwölf, wie die Klimalobby uns weismachen will. Die Welt wird nicht verglühen. Dafür sorgen höhere Mächte. Und all jene, die nicht an die Schöpferkraft glauben, die nur an die Wissenschaft glauben - sie haben es jetzt schwarz auf weiss: Das Klima rettet sich selbst. Das Massachusetts Institute of Technology hat es gesagt. Wenn das keine frohe Botschaft ist!

Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, ich wünsche Ihnen eine schöne, zuversichtliche Weihnachtszeit.

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Der Neid der Linken auf die Freiheitsbewegung

TTV-Gastkommentar 14.9.22

Es ist schon ein paar Jahrzehnte her, als ich am frühen Morgen jeweils zusammen mit einer Genossin vor der Maschinenfabrik Zürich-Oerlikon Bührle stand und den herbeiströmenden Werktätigen unsere Flugblätter in die Hand drückte. Auf den Flugblättern - heute würde man Flyer sagen - wurde zum Streik aufgerufen. Doch eigentlich war der Aufruf zum Streik nur ein Mittel zum Zweck. Weil wir nämlich klandestine Mitglieder der Schweizerischen Kommunistischen Organisation SKO waren und die Arbeiter für den Kommunismus gewinnen wollten. Für die Diktatur des Proletariats in der Schweiz.

Das Problem war nur: Die Proletarier machten nicht mit. Die meisten Arbeiter, die an uns vorbeigingen, interessierten sich nicht für unsere flammende Botschaft. Und dieselbe Erfahrung machten auch all die anderen Gruppen der neuen Linken nach ’68: Die Werktätigen liessen sich nicht zum sozialistischen Glück überreden. Ihre Glücksvorstellung sah anders aus. Sie wollten ein zweites Auto, eine komfortablere Wohnung, Ferienflüge ans Meer.

Wenige Jahre später haben wir unsere Kommunistische Partei aufgelöst. Wir erkannten, dass eine Diktatur des Proletariats ein wirklichkeitsfremdes Konstrukt war. Eine Kopfgeburt. Und ich selber ging sogar noch einen Schritt weiter: Ich wollte kein Linker mehr sein.

Doch die meisten meiner Genossen hielten ihrer Gesinnung die Treue. Vom Kommunismus sprachen sie nicht mehr. Sie wurden Sozialdemokraten. Oder sie wanderten ab zu den Grünen und Alternativen. In ihren Herzen - beziehungsweise in ihren Köpfen - jedoch blieben sie links. Ihr Ziel war noch immer der Sozialismus.

Weil sie es aber nicht schafften, das Volk für ihr Ziel zu gewinnen, eroberten sie stattdessen die Medien, die Geisteswissenschaft und die Schulen. Auf diese Weise ist es ihnen inzwischen gelungen, die breite Masse zu indoktrinieren. Sie haben die Menschen erfolgreich dazu erzogen, nichts Falsches zu sagen, nichts Falsches zu wollen. Sie haben politisch korrekte Bürger gezüchtet.

Doch dann kam Corona. Und eine Bewegung entstand, wie sie es schon lange nicht mehr gegeben hat. Wenn mehrere zehntausend Menschen mehrere Male vor dem Bundeshaus demonstrieren und Tausende auch in kleineren Städten nicht länger schweigen, dann ist das eine Volksbewegung. Nur eben keine linke Bewegung. Und genau das hat die Linken und Grünen so wütend gemacht. Wütend, neidisch und hasserfüllt. Jahrzehntelang träumten sie von der Mobilisierung der Massen. Jetzt war es soweit. Das Volk trug seinen Protest auf die Strasse. Ohne um Erlaubnis zu fragen.

Es gab zwar die Klimabewegung. Aber das war keine Volksbewegung, wie ich sie verstehe. Die Opposition jedoch, die sich an den Corona-Massnahmen entzündete, geht wirklich vom Volk aus. Sie ist besonders stark auf dem Land, unter den Bauern, den Gewerbetreibenden und den KMU’s, in ihr fühlen sich die verschiedensten Schichten heimisch, einfache Leute ebenso wie Akademiker. Und ich rede bewusst in der Gegenwart. Denn diese Bewegung ist immer noch da. Sie hat nur Sommerpause gemacht. Aber sie wird aufs Neue erwachen, wenn der Bundesrat wieder versucht, diktatorisch über uns zu bestimmen, wenn er seine verfehlte Energiepolitik auf die Bevölkerung abschiebt, und wenn er die Neutralität noch mehr mit Füssen tritt. Dann werden die Menschen auch hierzulande erneut auf die Strasse gehen und ihre Zahl wird noch grösser sein als bisher.

Eine solche Bewegung bringen die Linken und Grünen niemals zustande. Und deshalb ist ihr Neid auf die Freiheitsbewegung so gross. Deshalb werden sie auch morgen wieder versuchen, uns in die rechtsextreme, nationalistische Ecke zu stellen. Auf die Rückendeckung der Politik und der Medien werden sie zählen können.

Die letzten zwei Jahre haben gezeigt, dass die Linken und Grünen auf der Seite des Staates stehen, weil der Staat immer mehr zu ihrem Staat wird. Sollte sich die Krise im Winter auch in der Schweiz verschärfen, werden sie für die Not der Menschen natürlich Verständnis heucheln. Sie werden mehr Geld und noch mehr Geld fordern, um die Bevölkerung ruhig zu stellen. Aber die anti-schweizerische Politik des Staates werden sie weiterhin unterstützen.

Ich habe schon lange nicht mehr die Hoffnung, dass die Linke sich ändert. Sie ist gefangen in ihrem Denksystem. Dennoch könnte die kommende schwierige Zeit dazu führen, dass einzelne Linke und Grüne ihr soziales Gewissen wiederentdecken und sich uns anschliessen. Das wäre erfreulich. Dann dürfen auch sie erleben, was für ein gutes Gefühl es ist, Teil einer Volksbewegung zu sein.