Nicolas Lindt

Schriftsteller & Ritualgestalter

«Ich schreibe Bücher, erzähle Geschichten und gestalte Rituale im Namen der Liebe.»

Wald, 17. August 2022   |   Die Luftpost
Wald, 17.08.2022   |   Die Luftpost

Luftpost Mai 2022

5 MINUTEN - MONTAG BIS FREITAG
Meine tägliche Sprachnachricht

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LUFTPOST JULI 2022

Liebe Leserinnen und Leser
Liebe Freunde

Die vielzitierte Angst des Schriftstellers vor dem leeren Blatt gibt es tatsächlich. Immer wieder haben Autoren ihre Schreibblockade beschrieben. Mir persönlich ist dieses Leiden glücklicherweise fremd - ich habe noch nie erlebt, dass ich nicht wusste, worüber ich schreiben soll. Mein Problem ist ein anderes. Mir fehlt die Zeit, um all das in Worte zu fassen, was an Gedanken, Erkenntnissen und Erlebnissen jeden Tag auf mich einstürzt. Eigentlich muss ich permanent loslassen, was ich festhalten will.

Um wenigstens eine Geschichte pro Tag zu verewigen, habe ich während zwei Jahren beim Zürcher Oberländer unter dem Titel «Logbuch» eine Kolumne für jeden Tag verfasst. Sie hat mich erfüllt und begeistert, aber ich schrieb nichts anderes mehr als das «Logbuch». Ernüchtert wechselte ich in den Wochenrhythmus. 

Doch das Bedürfnis blieb. Eine tägliche Kolumne zu realisieren, war noch immer mein Wunsch – und jetzt  endlich fand ich den Ausweg: Warum die Geschichte nicht mündlich erzählen? Jeden Tag 5 Minuten. Meine tägliche kleine «Sprachnachricht». Vorerst noch ist es ein Experiment, und ich muss damit leben lernen, dass ein spontan gesprochener Text nie perfekt ist. Als literarisch tätiger Mensch tut mir jeder unvollkommene Satz in den Ohren weh. Aber ich werde dafür zum Erzähler - im wahrsten Sinne des Wortes.

Diese täglichen «5 Minuten» sind für mich ein Befreiungsschlag. Mein Mitteilungsbedürfnis findet endlich Entlastung. Jeden Tag ein Gedanke, eine Beobachtung, eine Geschichte. Von Montag bis Freitag, auf Facebook und natürlich auf meiner Luftpost-Seite. Ich habe den Zugang zur Seite deshalb deutlich erleichtert: Wählen Sie einfach dieluftpost.ch und dann «5 Minuten». Dort finden Sie alle bisherigen Folgen seit Ende Juni. Und jeden Morgen folgt eine weitere.

*

Für die täglichen «5 Minuten» setze ich mir keine Grenzen. Alles, was mich berührt, beschäftigt, bewegt, hat seinen Platz. Meine grundsätzlicheren «politischen» Texte hingegen sind nicht gedacht für den schnellen Konsum. Ich formuliere sie schriftlich, weil jeder Gedanke darin genau stimmen muss. Auch meine Gastkommentare auf Transition TV schreibe ich zuerst auf. Der jüngste Beitrag stammt vom 27. Juni: «Von der Spaltung zur Trennung» (ab Minute 20:33).

In meinem Kommentar – hier die schriftliche Fassung – spreche ich darüber, warum ich keine Mainstreammedien mehr konsumiere. Und wenn ich es doch einmal tue, erschrecke ich jedesmal: Weil mir wieder bewusst wird, wie grundverschieden die Weltanschauungen sind, die sich auch in der Schweiz gegenüberstehen.

Aus der Spaltung, die seit Corona entstanden ist, droht eine Trennung zu werden. Auch beim Thema Neutralität scheint es keine Brücke zu geben. Die Fronten sind unversöhnlich: Während der Mainstream im Ukraine-Krieg klar Partei ergreift, findet die andere Seite – zu der auch ich mich zähle - die Neutralität unseres Landes existentieller denn je. In meinem jüngsten Beitrag für den Zeitpunkt schreibe ich deshalb über den «steinigen Weg zur Rückeroberung der Neutralität»

Nehmen Sie sich etwas Zeit, liebe Leserinnen und Leser, für meine Gedankengänge und schreiben Sie mir und uns allen, wie Sie darüber denken!

Sollten Sie von der schwierigen Gegenwart eine Pause brauchen, dann reisen Sie mit mir zurück ans Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts, «als ich mich in die Welt verliebte». Meine «Chronik einer Leidenschaft» jeden Sonntag im Zeitpunkt hat inzwischen schon Folge 20 erreicht: «Starallüren – wie ich Theaterluft schnupperte und einem Filmstar begegnete»

Das sehr lesenswerte Online-Magazin Zeitpunkt bringt übrigens viermal jährlich eine Buchpublikation heraus, die jedesmal einem aktuellen Schwerpunkt gewidmet ist. Soeben erschienen: Zeitpunkt Nr. 169 «Blow Up - Die gleichzeitige Veränderung von allem». Im feuilletonistischen Teil am Ende des Buches finden Sie dann meine
«Sage vom Halblitersee». Eine Geschichte, die davon handelt, warum der Hallwilersee im Volksmund auch Halblitersee genannt wird. Die Geschichte flog mir zu wie eine Sage aus alter Zeit. Ich war selber ganz erstaunt, was ich da so unvermittelt geschrieben hatte. Besonders amüsant zu lesen für die Anwohner des Hallwilersees, aber lesenswert für Sie alle. Denn wie immer versuche ich auch mit dieser Geschichte eine Erkenntnis über das Leben zu formulieren.

Bitte beachten Sie: Ab sofort ist es ganz einfach, auf meine Luftpostseite zu gelangen: Geben Sie einfach www.dieluftpost.ch ein und speichern Sie die Adresse, wenn Sie möchten, in Ihren Favoriten. Ich halte die Seite immer auf dem neuesten Stand, und Sie finden dort, wie erwähnt, von Montag bis Freitag meine tägliche Kolumne «5 Minuten». Auch auf dem Smartphone genügt es, «dieluftpost.ch» einzugeben.

Ich danke Ihnen für Ihr Interesse – und freue mich, wenn Sie Lust auf ein Buch von mir haben. Oder engagieren Sie mich als Geschichtenerzähler!  

Unterdessen wünsche ich Ihnen eine leicht bekleidete, fröhliche, friedvolle Sommerzeit und grüsse Sie herzlich aus Wald

NICOLAS LINDT
 

> Meine Bücher sind alle online oder auf Bestellung in jeder Buchhandlung erhältlich
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Orell Füssli
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Im Bild: Sommerabend am Lützelsee bei Hombrechtikon