Nicolas Lindt

Schriftsteller & Ritualgestalter

«Ich schreibe Bücher, erzähle Geschichten und gestalte Rituale im Namen der Liebe.»

Wald, 20. Oktober 2017   |   Taufe
Wald, 20.10.2017   |   Taufe

Eine Taufe im Namen der Liebe

Sei willkommen auf unserer Welt!

"Liebes kleines Menschenkind
du bist in diese Welt gekommen
zu uns
wie ein Stern, der vom Himmel fiel"

Mit diesen Worten beginnt das von mir gestaltete Taufritual.

Ein Kind ausserhalb der Institution einer Kirche zu taufen, bedeutet, es feierlich aufzunehmen nicht in eine Kirchgemeinde, sondern in die Gemeinschaft der Menschen. Zuallererst sind wir Menschen - das ist die höchste Form der Gemeinschaft auf Erden.

Nach der Einleitung, die von der Geschichte des Kindes, seinem Wesen und seinem Namen handelt, folgt in schlichten und poetischen Worten die eigentliche Taufe. Ich heisse das Kind in unserer Mitte willkommen und segne es, nach dem alten universellen Brauch, mit dem Wasser des Lebens. lch wünsche ihm Glück, den Mut, an sich selber zu glauben - und die Fähigkeit, auf die Stimme seines Herzens zu hören.

Anschliessend wende ich mich an die Eltern und besonders auch an die Paten, die ich darum bitte, am Weg des Kindes Anteil zu nehmen. Und zuletzt haben Eltern und Paten Gelegenheit, die Taufe zu bezeugen mit ihrer Unterschrift. Das Taufdokument soll an diesen besonderen Tag erinnern, hat aber keine rechtliche Relevanz - wie übrigens auch der kirchliche Taufschein kein amtliches Dokument ist.*

Sinnvoll ist eine Taufe auch im Anschluss an eine Hochzeit. Gibt es einen schöneren Segen für eine Trauung als das Ja-Wort des Kindes zu seinen Eltern? Wie die Hochzeit steht auch die Taufe ganz im Zeichen der Liebe. Denn die Liebe ist es, die uns ein Kind schenkt.
 

* Hat ein Kind später den Wunsch, einer Kirche beizutreten, wird es dies natürlich tun können. Für die reformierte Kirche gilt: Jugendliche können sich auch dann konfirmieren lassen, wenn sie nicht kirchlich getauft sind. Die Katholische Kirche ist da strenger: Möchte ein Kind, das nicht katholisch getauft ist, die Kommunion empfangen, muss es die kirchliche Taufe zuerst nachholen. Voraussetzung ist natürlich, dass die Eltern Mitglied der Kirche sind.