10 Jahre
Villa Grunholzer Uster
Literatur "en miniature"
Freitag 3. Februar 20 Uhr
Begegnung mit den vier Zürcher AutorInnen Monica Cantieni, Margit Koemeda, Nicolas Lindt und Richard Reich
Zu Fuss 5 Minuten vom Bahnhof - vis-à-vis Stadthaus Uster
Der Sänger
Eine junge Bankangestellte erzählte mir, dass an ihrem Schalter regelmässig ein Opernsänger erscheine. Das allein wäre zwar nichts Besonderes. Auch ein Sänger braucht Geld. Ohne Geld könnte er sich kein Essen kaufen, und ohne Essen könnte er nicht mehr singen.
Das Besondere, ja geradezu Aussergewöhnliche jedoch ist, dass der Mann nicht nur im Opernhaus singt. Sondern auch, wenn er die Bank betritt.
So etwas - nicht wahr? - irritiert uns. In der Oeffentlichkeit ist es üblich, dass man sich ruhig verhält. Wir haben es so gelernt, und alle machen es so. In der Öffentlichkeit soll man nicht streiten, nicht schreien und auch nicht singen. Früher, als ich ein Kind war, gab es Leute im Zug, die gesungen haben. Sie sangen allein vor sich hin, ohne sich darum zu kümmern, dass die anderen Fahrgäste zuhörten. Ich erinnere mich an einen älteren Mann, der stets, wenn ich ihn auf der Strasse traf, ein Lied auf den Lippen trug; ich erinnere mich an italienische Bauarbeiter, die sich, auf dem Baugerüst stehend, ihr Heimweh von der Seele schmetterten. Niemand hat sich daran gestört. Alle fanden es schön.
Heute brauchen wir nicht mehr zu singen. In kleinen Kästchen begleitet uns die Musik. Wir müssen sie nicht mehr selber machen. Wo wir stehen und gehen, dringt durch die kleinen Stecker im Ohr ein Lied zu uns. Niemand hört es, nur wir.
Nun kommt der Mann in die Bank und beginnt zu singen, dass alle es hören. Wären wir selber dort – was würden wir tun? Wir würden die kleinen Stecker aus unseren Ohren herausreissen und dem Mann zuhören. Wir wären sehr überrascht.
Was aber würden wir denken? Würden wir denken: Oh, wie schön, jemand singt! Nein. Unser erster Gedanke wäre: Warum singt er? Ist er ein Wichtigtuer? Ist er verrückt?
Würden wir dann erfahren, dass er ein Sänger ist - wir wären beruhigt. Ein Sänger darf das, würden wir denken. Doch unser nächster Gedanke wäre: Warum singt er beim Tätigen seiner Bankgeschäfte? Er singt, was ihm gerade einfällt, ein Schubert-Lied, das Ave Maria, eine Arie von Mozart, Stille Nacht in der Weihnachtszeit – er singt einfach so, und er tut es nicht für das Publikum, nicht für uns.
Er tut es für sie. Für die junge Dame am Schalter. Er singt nicht, weil er ein Sänger ist - sondern ein Mann, der ein weibliches Herz begehrt.
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In der "Tribüne" - eine Kolumne in den Zürcher Regionalzeitungen - habe ich mir letzten Sommer Gedanken zur Doppelmoral des Menschen gemacht, wenn es ums Töten von Tieren geht. Der Beitrag hat hohe Wellen geworfen. Viele Leserinnen und Leser haben mir zu meinem Text gratuliert - aber noch in der gleichen Woche wurde ich als Kolumnist abgesetzt.
Eine Kolumne & ihre Folgen
All the world is but a play
be thou the joyful player
Aus The Incredible String Band "Maya" (1968)
Mein Roman
als Hörbuch
„Der Tag, an dem ich beschloss,
mich zu ändern“
Ungekürzte Hörbuchversion
– von mir selbst gelesen.
Eine Geschichte über die Liebe an einem Freitag im März. Georg liebt Julia. Doch Julia glaubt es ihm nicht mehr.
"Glänzend und flüssig geschrieben"
(Der Tages-Anzeiger nach der Buchveröffentlichung)
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Hören Sie selbst
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Auf einer Wiese oberhalb des Dorfes steht ein kleiner alter Apfelbaum, der schon bessere Tage erlebt hat. Doch er erblüht jeden Frühling aufs Neue und schenkt uns im Herbst seine Früchte. Ich komme Morgen für Morgen an ihm vorbei und habe seinen Weg durch das Jahr 2011 mit der Kamera festgehalten.
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